Verkostung: El Dorado 15 Jahre — wenn Guyana zurückschlägt
Es gibt Rums, die man einmal probiert und sofort weiß: das ist was Besonderes. Der El Dorado 15 aus Guyana ist so einer.
Nicht weil er perfekt ist. Sondern weil er unverwechselbar ist.
Was steckt drin?
Der El Dorado 15 kommt aus der Demerara Distillers Limited — einer der letzten Destillerien weltweit, die noch mit historischen Pot Stills aus Holz arbeiten. Diese alten Brennblasen geben dem Rum etwas, das kein modernes Verfahren replizieren kann: Tiefe. Struktur. Eigenheit.
43 % vol. Abfüllung. Keine Kühlfilterung laut Hersteller. Farbe: tiefes Mahagoni.
Nase
Zuerst Melasse, fast schon schwer. Dann Trockenfrchte — Pflaume, Rosine, ein Hauch Feige. Darunter etwas Ledrig-Erdiges, das typisch für Demerara ist. Ein bisschen Holz, aber nicht aufdringlich. Kein Vanillebombast.
Gaumen
Süsslich, aber nicht klebrig. Ölig, fast cremig im Mundgefühl. Die Trockenfrchte vom Geruch wiederholen sich, dazu kommt dunkle Schokolade, etwas Kaffee, und ganz am Ende — Tabak. Der Abgang ist lang. Länger als erwartet.
Mein Fazit
Für den Preis (ca. 45–55 Euro) ist der El Dorado 15 einer der besten Rums, die du kaufen kannst. Kein Einsteigerrum — dafür ist er zu komplex, zu eigenständig. Aber wenn du weißt, dass du Rum magst, und weitergehst wilt: hier lang.
Trinken: pur, Zimmertemperatur, kleines Glas. Kein Eis. Keine Cola. Bitte.
Bewertung: 91/100